2008-06-28 Herbert Pietschmann
Wer im 19. Wiener Bezirk spazieren geht, kann am Döblinger Gymnasium eine Gedenktafel finden, welche 1968 enthüllt wurde und zwar anlässlich des 50. Matura-Jubiläums einer Klasse, die zwei Nobelpreisträger hervorgebracht hat. Es war der Chemiker Richard Kuhn, der im Jahre 1938 den Nobelpreis „für seine Arbeiten über Carotinoide und Vitamine“ erhielt, und der Physiker Wolfgang Pauli, dem 1945 der Nobelpreis „für die Entdeckung des Pauli-Prinzips“ zuerkannt wurde. Zwei spätere Nobelpreisträger im selben Maturajahrgang sind gewiss eine seltene Ausnahme, ebenso ungewöhnlich ist auch der Relativsatz in Pauli’s Auszeichnung; üblicherweise wird – wie bei Kuhn – der Gegenstand der Entdeckung charakterisiert, bei Pauli musste der Hinweis auf „das nach ihm benannte Prinzip“ genügen, eine inhaltliche Angabe wäre bei der ebenso abstrakten wie fundamentalen Arbeit schwer verständlich!