Die alljährliche CERN School Of Computing findet heuer Ende August/Anfang September in Österreich statt, und zwar in Krems an der Donau. Diese international höchst renommierte Schule dauert zwei Wochen und soll etwa 80 jungen europäischen Nachwuchswissenschaftern aus den Bereichen Physik und Informatik einige "heiße Themen" aus neuen Gebieten der Informationstechnologie vermitteln.
Die Experimente im CERN, der Geburtsstätte des World Wide Web (WWW), stellten mit ihren immensen Datenraten und Anforderungen an die Rechenleistung schon oft eine gewaltige Herausforderung für die Informationstechnologie dar. Mit dem Bau des neuen "LHC" Beschleunigerrings, der vorraussichtlich 2008 in Betrieb gehen wird, soll wieder eine neue Ära der Informatik eingeleitet werden: das "Grid Computing". Selbst ein großes Rechenzentrum kann nämlich nicht mehr mit den informationstechnologischen Anforderungen des neuen Beschleunigers und seiner Detektoren (CMS, ATLAS und andere) fertig werden; bereits ein einziger dieser Detektoren wird in etwa 1 Petabyte (= 1 Million Gigabyte ) Daten pro Jahr produzieren, und das über mehrere Jahre hinweg. Die CERN-Wissenschafter gehen deswegen einen innovativen Weg und versuchen, das Internet selbst als virtuellen Supercomputer zu verwenden.
Einer der Schwerpunkte der heurigen CERN School Of Computing ist die "Grid Technology", vermittelt von Topexperten wie z.B. Carl Kesselman, einem der zwei "Väter" des Grid Computing. Andere Schwerpunkte sind "Software Technology" und "Algorithmen für LHC", ebenfalls mit internationalen, aber auch heimischen, Spezialisten als Vortragende. Alle Vorlesungen werden durch Übungen ergänzt, in denen der vorgetragene Stoff durch praktische Anwendungen vertieft wird. Der erfolgreiche Abschluss der Schule kann für einschlägige Universitätsstudien im Ausmaß von zwei bis drei Wochenstunden angerechnet werden.


