Unter Geiern

2003-09-11 Anton Rebhan

Eine Pressekonferenz von renommierten österreichischen Wissenschaftlern am 11. 9. 2003 schlägt Alarm: Budgetkürzungen an den Universitäten und beim Wissenschaftsfonds sowie die ins Auge gefasste Zusammenlegung mit der wirtschaftlich-angewandten Forschung bringen ÖSTERREICHS WISSENSCHAFT IN GEFAHR!

Einige der neueren Meilensteine auf dem Weg zur wissenschaftlichen (Dritte?-) Weltklasse:

  • Mit dem neuen Universitätsgesetz UG 2002 werden den Universitäten zusätzliche finanzielle Lasten aufgebürdet und gleichzeitig die Mittel gekürzt.
  • Z.B.: die sogenannte Universitätsmilliarde ist nicht nur keine, sie wurde 2003 überhaupt kassiert! Studiengebühren bleiben somit beim Finanzminister - die verantwortliche Ministerin empfiehlt den Unis ihren "Speck" aufzubrauchen.
  • Juni 2003: Der Wissenschaftsfonds verkündet einen Förderungsstopp. Neue, auch noch so hervorragend bewertete Projekte werden bis auf weiteres nicht mehr durchgeführt. Kurz darauf wird auch die Aktion zur Ergänzung der Grundausstattung an Forschungsstätten gestoppt.
  • Personalkosten können nur durch budgetäre Vorgriffe bedeckt werden; Investitionen an den Unis können praktisch keine mehr getätigt werden; es kommt an vielen Instituten zu Mangel sogar bei geringfügigen Wirtschaftsgütern, nachdem die Institute über die drastischen Budgetkürzungen (z.B. etwa minus 66% am Atominstitut der österreichischen Universitäten!) erst im Sommer unterrichtet wurden, zu einem Zeitpunkt, wo die laufenden Ausgaben schon alles zugestandene aufgebraucht hatten.
Links:
Österreichs Wissenschaft in Gefahr (Presseaussendung des FWF)
>
zur finanziellen Lage des FWF (PDF)
> zur Reorganisation der Forschungsförderung (PDF)
ORF-Meldung zu Forderung nach Notprogramm für Unis und Forschung (und postwendender Ablehnung durch die Regierung)


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