Laurenz Widhalm (1973–2012)

2013-01-07 Anton Rebhan

Laurenz Widhalm, Teilchenphysiker am Institut für Hochenergiephysik der Akademie der Wissenschafter und Mitbegründer von teilchen.at, starb am 24. Dezember 2012 nach langer Krankheit, der er mit Kräften trotzte und die ihn nicht abhielt, der aktivste Redakteur bei teilchen.at zu sein.

Laurenz war seit 1998 für das HEPHY tätig und befasste sich zunächst mit theoretischer Physik, dann mit der Analyse von Experimenten am CERN und in Japan und vermittelte die Teilchenphysik sehr erfolgreich einer breiten Öffentlichkeit. Mit Laurenz verlieren wir einen unermüdlichen und stets hilfsbereiten Freund und Kollegen. Wir möchten seinen Hinterbliebenen unsere tiefe Anteilnahme ausdrücken.

Laurenz studierte Physik an der TU Wien und beschäftigte sich im Rahmen seiner Diplomarbeit mit dem Gebiet der Quantenfeldtheorien. Danach verbrachte er drei Jahre am CERN, wo er am NA48-Experiment arbeitete und seine Dissertation verfasste, die mit dem Victor Hess-Preis der Österreichischen Physikalischen Gesellschaft ausgezeichnet wurde. 2001 trat das HEPHY dem japanischen Belle-Experiment bei – und Laurenz war von Anfang an dabei.

Schon früh widmete sich Laurenz der Aufgabe, die Teilchenphysik im Allgemeinen und die Forschung am HEPHY im Besonderen der Öffentlichkeit zu vermitteln. Dazu organisierte er Veranstaltungen, die er zunächst weitgehend alleine durchführte. Sein Beispiel machte Schule und zunehmend konnte er mehr und mehr Kolleginnen und Kollegen dazu gewinnen, ihn bei der Öffentlichkeitsarbeit zu unterstützen. Schließlich wurde er Outreach-Koordinator für Kern- und Teilchenphysik der Österreichischen Physikalischen Gesellschaft und vertrat Österreich in dieser Funktion am CERN.

Im Jahr 2006 wurde bei Laurenz Krebs diagnostiziert und nach therapiebedingter Arbeitspause schien die Krankheit zunächst überwunden. Trotz wiederkehrender und beschwerlicher Chemotherapien hatte Laurenz einen schier unermüdlichen Schaffensdrang und organisierte auch vom Krankenbett aus Termine, produzierte Grafiken und Videos, schrieb Artikel, ersann neue Ausstellungsobjekte, Veranstaltungen und vieles mehr. Erst kürzlich – am 14. Dezember – wurde Laurenz für seine Verdienste mit dem Werner-Welzig-Preis der Österreichischen Akademie der Wissenschaften geehrt.

Leider verschlechterte sich im letzten Halbjahr Laurenz' Zustand derart, dass er zuletzt ständig an das Bett gebunden war. Am 24. Dezember schloss er für immer seine Augen. Wir bedauern sein Ableben zutiefst und möchten unser Mitgefühl all seinen Angehörigen zum Ausdruck bringen, insbesondere seiner Mutter Sylvia Widhalm, die Laurenz bis zuletzt liebevoll betreut hat. Wir behalten Laurenz als immer einsatzfreudigen, hilfsbereiten und wertvollen Freund und Kollegen in Erinnerung – sein Geist lebt in den zahlreichen von ihm begründeten Aktivitäten weiter.

(übernommen von http://www.hephy.at)


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