So long and thanks for all the fish

2012-12-19 Anton Rebhan

Die Experimente am LHC mit Proton-Proton-Kollisionen wurden am 17. Dezember 2012 eingestellt. Nach einem Proton-Blei-Run Anfang 2013 wird der Beschleuniger dann für Experimente bei fast doppelt so hohen Energien aufgerüstet, die 2015 beginnen werden.

"So long and thanks for all the fish" war die Abschieds-Meldung des Operateurs am Monitor des letzten Proton-Proton-Runs für 2 Jahre. Die werden nun gebraucht, um die Verbindungen zwischen den supraleitenden Magneten soweit zu verbessern, dass der Large Hadron Collider mit maximaler Energie betrieben werden kann.

Zur Erinnerung: Am 19. September 2008, 9 Tage nach der ersten Inbetriebnahme, kam es zu einem massiven Störfall und Schäden am Beschleunigerring, deren provisorische Behebung ein Jahr in Anspruch nahm. Ursache der Schäden waren mangelhafte normalleitende Verbindungen zwischen den supraleitenden Magneten, die soweit repariert werden konnten, dass ein Betrieb mit etwa halber Energie in den Jahren 2009-2012 sicher gestellt werden konnte. Glücklicherweise reichte dies aus, um heuer am 4. Juli die Entdeckung eines neuen Teilchens verkünden zu können, das allem Anschein nach das langgesuchte Higgs-Teilchen sein dürfte. In den kommenden zwei Jahren wird - nach einer kurzen Phase von Experimenten mit Blei-Ionen - der LHC für Energien von 13-14 TeV aufgerüstet. Ab 2015 sollten dann die Proton-Proton-Kollisionsexperimente mit neuen Rekordenergien wieder aufgenommen werden. Bis dahin gibt es aber genug Arbeit für die Physiker. Daten von etwa 5 Milliarden hinreichend interessanten Kollisionen wurden gespeichert und diese werden weiter analysiert werden. Das extrem scheue Higgs-Teilchen wurde übrigens in nur 400 Ereignissen nachgewiesen. Hinweise auf weitere interessante Phänomene könnten aber in den restlichen Ereignissen durchaus versteckt sein.

Link: Press Release des CERN


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