Erstmals Proton-Blei-Kollisionen am LHC

2012-09-13 Anton Rebhan

Als Interludium zu den Proton-Proton-Kollisionen und der Erforschung des Higgs-Teilchens wurden am 13. September 2012 erstmals Proton-Blei-Kollisionen durchgeführt, die für die Quark-Gluon-Plasmaphysik von Interesse sind.

Quark-Gluon-Plasma wird am CERN jeweils einen Monat lang pro Jahr durch Kollisionen von Blei-Ionen erforscht - das nächste Mal im Jänner 2013 nach Beendigung der Proton-Proton-Kollisionen und vor der 2-jährigen Pause, während der ein umfangreiches Upgrade des LHC durchgeführt werden wird.

Proton-Blei-Kollisionen erlauben es, dafür Referenzdaten zu sammeln, sind aber technisch besonders schwierig, weil asymmetrisch beschleunigt werden muss: Protonen auf 4 TeV, Blei-Ionen aber auf 328 TeV bzw. 1,58 TeV pro Nukleon. Blei-Ionen enthalten neben Protonen auch elektrisch neutrale Neutronen als "Ballaststoffe", aber die Beschleunigung muss in einem gemeinsamen Magnetfeld stattfinden. Diese technischen Schwierigkeiten wurden erfolgreich gemeistert und liefern den Quark-Gluon-Plasmaphysikern neue interessante Daten, während sie auf die neuen Schwerionenkollisionen Anfang 2013 warten.

Link: CERN Press Release


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