Springende Quanten: Victor Hesspreis im Victor-Hess-Jahr geht an Tobias Jenke

2012-06-30 Daniel Grumiller

Dr. Tobias Jenke, Universitätsassistent in der Neutronen- und Quantenphysikgruppe am Atominstitut der TU Wien, erhält den Viktor Hess Preis der Österreichischen Physikalischen Gesellschaft im Viktor Hess Jahr 2012. Ausgezeichnet wird Herrn Jenkes Dissertation mit dem Titel "qBounce – vom Quantum Bouncer zur Gravitationsresonanzspektroskopie".

Herr Jenke hat eine neuartige Resonanzspektroskopiemethode entwickelt, wobei es um die Erzeugung von Übergängen zwischen diskreten Quantenzuständen im Gravitationsfeld im Rahmen des qBounce-Experiments geht. Das Neue an dieser Methode ist, dass zum ersten Mal Übergänge hergestellt werden konnten, die nicht auf der elektromagnetischen Wechselwirkung basieren. Dazu wurde ein Spiegel zur Reflexion von Neutronen in Schwingung gesetzt. Trifft man genau die Resonanzbedingung, werden Übergänge zwischen den Zuständen angeregt. Damit wurde nun eine sehr genaue Messmethode geschaffen, die es erlaubt, die bisher experimentell nicht zugänglichen Energien der Quantenzustände im Gravitationsfeld mit einer Frequenzmethode zu messen, was nun mit fast beliebiger Genauigkeit erfolgen kann. Die Resonanzmethode eröffnet einen neuen Zugang zu den hochaktuellen Fragen der Kosmologie und der dunklen Materie.

Viktor Hess hat im Jahre 1912 die Höhenstrahlung entdeckt und wurde im Jahr 1936 dafür mit dem Nobelpreis für Physik ausgezeichnet. An den 100sten Jahrestag der Entdeckung der Höhenstrahlung erinnert die ÖPG auf der Herbsttagung 2012, an der auch der Viktor-Hess-Preis an Herrn Jenke verliehen wird. Der Viktor-Hess-Preis ist ein Förderungspreis für hervorragende Dissertationen auf dem Gebiet der Kern- und Teilchenphysik.


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