Eberhard Widmann erhält ERC Advanced Grant

2011-12-20 Olaf Hartmann

Der für Top-Forscher in Europa prestigeträchtige Advanced Grant des European Research Council (ERC) wurde an Eberhard Widmann, ÖAW, für sein Forschungsprogramm zur Struktur von Antiwasserstoff vergeben.

Antiwasserstoff ist das einfachste Atom, das aus Antimaterie aufgebaut ist. Analog zum Wasserstoff, der aus einem Proton und einem Elektron besteht, wird Antiwasserstoff aus den Antiteilchen der beiden, dem Antiproton und dem Positron, gebildet. Aus Symmetrieüberlegungen folgt, dass die Eigenschaften von Atomen und Anti-Atomen gleich sind, bei umgekehrtem Vorzeichen der Ladung. Hauptziel der Forschungen, die mit dem ERC Grant gefördert werden, ist, zu überprüfen, ob diese Symmetriebedingung tatsächlich erfüllt ist oder ob es (kleine) Abweichungen gibt. Eine Möglichkeit, dies experimentell zu überprüfen, ist die präzise Vermessung der atomaren Energieniveaus (Hyperfeinstruktur) im Antiwasserstoff. Findet man eine Abweichung, könnte dies bei der Klärung der Frage helfen, warum man im beobachtbaren Universum keine nennenswerten Mengen an Antimaterie findet. Die Erzeugung von Antiwasserstoff im Labor und seine Speicherung für die Experimente ist technisch aufwendig. Die Experimente findem am AD, dem Antiproton-Decelerator, des CERN in Genf/Schweiz statt.
Der ERC Advanced Grant, mit über 2.5 Mio. € über einen Zeitraum von fünf Jahren dotiert, ermöglicht der Arbeitsgruppe von Eberhard Widmann, Direktor des Stefan-Meyer-Instituts der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, das Forschungsprogramm erfolgreich durchzuführen. Weitere Informationen:
Antiwasserstoff.at ERC Grant Homepage
Pressemitteilung der ÖAW
European Research Council
Stefan-Meyer-Institut für Subatomare Physik der ÖAW
ASACUSA Experiment am CERN


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