Tonnenschwerer Teilchendetektor auf Internationaler Space Station in Betrieb genommen

2011-05-20 Anton Rebhan

Der 8,5 Tonnen schwere Teilchendetektor AMS-02 wurde am 19. Mai 2011, nach 12 Jahren Entwicklungsarbeit, auf der vorletzten Mission des Space-Shuttle-Programms auf der International Space Station ISS montiert und in Betrieb genommen.

AMS-02, kurz für Alpha Magnetic Spectrometer Version 2, ist ein ausgewachsener Teilchendetektor mit einem 1250 Gauss starken Magneten, der geladene Teilchen der kosmischen Strahlung analysieren wird, um Rückschlüsse auf dunkle Materie und die Materie-Antimaterie-Verteilung im Universum ziehen zu können.

Eine erste Version von AMS war im Juni 1998 schon im All, an Bord von Space Shuttle Discovery. Die anschließende Konstruktion von AMS-02 beinhaltete auch einen supraleitenden Magneten, der eine höhere Energieauflösung gebracht hätte, aber am Ende fallengelassen wurde, weil sein Betrieb mangels Nachschub von flüssigem Helium nur über ein paar Jahre aufrecht erhalten hätte werden können. Mit dem Permanentmagneten von AMS-01 ist aber ein wesentlich längerer Betrieb möglich, sodass am Ende die wissenschaftliche Ausbeute höher sein sollte, wenn AMS-02 bis ans Lebensende der ISS betrieben werden kann.

Das AMS-02 Experiment wird ab Juni 2011 vom CERN aus betrieben werden (wo der Detektor auch gebaut worden war) und in den nächsten Jahren die kosmische Strahlung mit bisher unerreichter Genauigkeit vermessen.

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