Lage im japanischen KEK-Labor nach dem Erdbeben

2011-03-14 Laurenz Widhalm

Am 11. März hat das bisher größte Erdbeben in der japanischen Geschichte den Nordosten der Hauptinsel Honshu erschüttert und auch im Teilchenphysiklabor KEK in Tsukuba (ca. 70 km nördlich von Tokio) den Betrieb zum Erliegen gebracht. Alle Beschleuniger und experimentellen Anlagen wurden sofort nach den ersten Stößen gestoppt. Keine radioaktive Strahlung ist ausgetreten und auch keine Personen wurden verletzt.

Es sind allerdings leichte Schäden an Gebäuden und Beschleuniger-Anlagen entstanden, wobei das genaue Ausmaß im Moment noch nicht bekannt ist. Die Versorgung mit Strom, Wasser und Gas ist derzeit unsicher, sodass Besuche am KEK bis auf weiteres nicht möglich sind und sogar das Personal angewiesen wurde, bis auf weiteres zu Hause zu bleiben. Das KEK Mail- und Websystem wurde ab 14. März wieder hochgefahren, kann aber aufgrund von Abschaltungen bei Stromknappheit jederzeit wieder ausfallen. Aktualisierte Informationen können von www.kek.jp abgerufen werden.

Aufgrund der unsicheren Situation wurde das ursprünglich für Anfang April am KEK anberaumte Belle-Arbeitsmeeting abgesagt. Die ebenfalls geplante Grundsteinlegung für das projektierte Belle II Experiment wurde auf unbestimmte Zeit verschoben.

Wir sind ob der tragischen Ereignisse bestürzt und hoffen, dass sich die Lage in Japan bald wieder normalisiert.

Ganbatte kudasai!


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