LHC - die ersten 10 Wochen bei 7 TeV

2010-06-14 Laurenz Widhalm

Die im Rampenlicht der internationalen Medien am großen Hadronbeschleuniger (LHC) des CERN erfolgten ersten Proton-Proton-Kollisionen bei einer Rekordenergie von 7 Teraelektronvolt (1 Teraelektronvolt = 1 000 000 000 000 Elektronvolt) liegen nur 10 Wochen zurück

In der Zwischenzeit hat LHC für einen stetigen Fluss an Daten gesorgt. Dabei mussten sowohl der Bedarf der Experimente an Material für die Analyse gedeckt also auch die Zeit für eineweitere Optimierung des Beschleunigers gefunden werden. Die Fortschritte beim Betrieb des LHC haben inzwischen zu einer Erhöhung der Intensität um einen Faktor 100 geführt. Die LHC Experimente, und im Besonderen die CMS Kollaboration, haben die Daten für die Kalibrierung ihrer Detektoren und für erste Messungen benützt. Während der ersten Wochen konnten nahezu alle Kollisionen aufgezeichnet werden aber die mittlerweile erzielten Wechselwirkungsraten von mehreren kHz erfordern eine zunehmend selektivere Auswahl von Ereignissen vor der Übertragung in das weltweite System von Rechenzentren (GRID). Das Wiener Institut für Hochenergiephysik hat eine leitende Rolle in der Kontrolle dieses Auswahlsystems. Gleichzeitig bereitet die Physikgruppe am Institut die zunehmend komplexeren Messungen der nächsten Monate vor, z.B. die Messung der Produktion des "beauty-quarks". Das Bild zeigt das Resultat einer Proton-Proton-Kollision in dem Spuren sekundärer Teilchen zwei Zerfallspunkten zugeordnet werden konnten, die sich vom ursprünglichen Wechselwirkungspunkt der Protonen (in der Mitte des Bildes) unterscheiden. Dies ist ein klarer Hinweis für den Zerfall zweier langlebiger Teilchen von denen jedes ein "b-quark" enthielt. Die Hauptaufgabe der Experimente ist derzeit die Vorbereitung von Resultaten für die wichtigsten internationalen Konferenzen, die im Juli und August stattfinden werden. In der Zwischenzeit wird der LHC den spektakulären Anstieg der Intensität fortsetzen und die Möglichkeit für einen Blick auf seltene und bisher unbeobachtete Prozesse geben.


Weitersagen: