Materie-Antimaterie Asymmetrie - experimentelle Evidenz

2010-05-20 Olaf Hartmann

Das D0-Experiment am Tevatron-Beschleuniger des Fermi National Accelerator Laboratory (FNAL) berichtet in einer Pressemitteilung von einer signifikanten Verletzung der Materie-Antimaterie-Symmetrie in B-Meson-Zerfällen.

Die B-Mesonen (Teilchen mit schweren Quarks namens bottom), die in hochenergetischen Teilchenkollisionen am Tevatron erzeugt werden, zeigen in ihrem Zerfall in Myonen- bzw. Antimyonenpaare (das sind leichte Teilchen aus der Leptonenfamilie, die auch aus der kosmischen Strahlung kommend auf der Erde nachweisbar sind) eine Asymmetrie auf dem Prozentniveau (die Kanäle in Teilchen und Antiteilchen treten nicht gleichberechtigt auf). Wie die D0-Kollaboration mitteilt, wurden die Ereignisse aus acht Jahren Experimentbetrieb (hunderte Billion Proton-Antiproton-Kollisionen) analysiert. Die Wahrscheinlichkeit, dass das beobachtete Resultat mit bekannten Effekten (Standardmodell) erklärt werden kann, wird mit kleiner 0.1% (3.2 Standardabweichungen) angegeben.
In der Tat besteht unser Universum aus Materie, größere Mengen an Antimaterie konnten bisher nicht entdeckt werden. Diese Dominanz der Materie läßt sich nur erklären, wenn es eine Asymmetrie im Verhalten von Teilchen und Antiteilchen gibt. Das vorliegende Ergebnis bringt die Erforschung dieses Rätsels einen weiteren Schritt voran.


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