BOREXINO: Neutrinos aus dem Erdinneren

2010-03-04 Olaf Hartmann

Das BOREXINO-Experiment im Untergrundlabor des Gran Sasso-Massivs in Italien berichtet über den Nachweis von Anti-Elektronneutrinos, die aus dem Erdinneren stammen. Diese spezielle Neutrino-Art tritt beim natürlichen radioaktiven Beta-Zerfall auf. Erstmals konnten diese Teilchen als sog. Geoneutrinos nachgewiesen werden. Damit sind wichtige Rückschlüsse auf die innere Beschaffenheit unseres Planeten möglich.

Die italienische Presse berichtet dieser Tage über die Entdeckung der Forscher des BOREXINO-Experiments (http://borex.lngs.infn.it/), welches in den Laboratori Nazionali del Gran Sasso des INFN aufgebaut ist. Mittels inversem Neutron-Beta-Zerfall gelang es, Elektron-Antineutrinos nachzuweisen. Zehn solcher Ereignisse konnten auf eine Herkunft aus dem Erdinneren zurückgeführt werden, wie in [arXiv:1003.0284v1] berichtet wird. Die Energiesignatur der gemessen prompten Positronen aus der Nachweisreaktion wird als kompatibel mit den Eigenschaften von Anti-Elektronneutrinos aus einem Standard-Kernreaktor befunden. Mit 95%iger Sicherheit schließe das Meßergebnis das Vorhandensein eines aktiven Geo-Reaktors im Erdinneren, so dessen Leistung über 3 TW (Terawatt) liegen würde, aus.


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