Am 24. Februar wurde das erste Neutrino vom J-PARC Beschleuniger im 295 km entfernten Super-Kamiokande Detektor (siehe Bild) gemessen.
Als Leptonen bezeichnet man Materie-Teilchen, die der elektroschwachen Wechselwirkung und der Gravitation unterliegen, nicht aber der starken Wechselswirkung. Leptonen unterteilt man in elektrisch neutrale Neutrinos und deren geladene Partner, den Elektron, Myon und Tau. Während die sehr unterschiedliche und vergleichsweise hohe Masse der geladenene Leptonen bekannt ist, können nur Obergrenzen für die Neutrinomassen angegeben werden. Eine indirekte Möglichkeit, die Massen der Neutrinos zu bestimmen, ist die Messung der so genannten Neutrino-Oszillation. Dabei wird beispielsweise im Laufe der Zeit aus einem Myon-Neutrino ein Elektron-Neutrino, wobei die Frequenz mit der dieser Übergang geschieht ein Maß für den Massenunterschied der beiden Neutrinosorten ist.

Der Proton-Beschleuniger in J-Parc.
Das Neutrinoexperiment t2k (Tokai to Kamiokande) konnte letzte Woche erstmals erfolgreich ein Neutrino des weltweit stärksten Neutrinostrahls nachweisen. Bei diesem Experiment prallen im J-PARC (Japan Proton Acceleration Research Complex) in Tokai Protonen mit einer Energie von 50 GeV auf ein Target, wodurch Pionen und in der Folge Myonen und Myon-Neutrinos entstehen. In einer Entfernung von 200 Meter bestimmt der Detektor ND280 das Energiespektrum der Neutrinos, den Neutrinofluß sowie die Zusammensetzung des Neutrinostrahls. 295 km entfernt werden im Super-Kamiokande Detektor erneut Neutrinos gemessen.

Schematische Darstellung des Super-Kamiokande Detektors 1 km unter der Erdoberfläche.
Die über 500 Wissenschaftler aus 12 Ländern der t2k-Kollaboration erhoffen sich mit diesem Experiment erstmalig die Messung von Elektron-Neutrinos in einem Strahl von Myon-Neutrinos.
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