In den Abendstunden am Sonntag, 29. November 2009 brachen die Protonenstrahlen im LHC den bisherigen Weltrekord des Fermi National Accelerator Laboratory (FNAL) bei Chicago in den USA, der mit 980 Gigaleektronvolt nur knapp unter der symbolisch wichtigen Grenze von einem Teraelektronvolt (TeV) lag - diese wurde Montagmorgen mit 1,18 TeV vom LHC deutlich überschritten.
"Es ist fantastisch", kommentiert CERN-Generaldirektor Rolf Heuer, "Allerdings werden wir weiter Schritt für Schritt vorgehen, und es ist immer noch viel zu tun bevor die eigentlichen Physikanalysen in 2010 starten werden. Ich hebe mir den Champagner noch bis dahin auf."
Dieser wichtige Meilenstein wurde nur 10 Tage nach der erfolgreichen Wiederinbetriebnahme des Teilchenbeschleunigers erreicht. Zunächst wurden die Teilchen abwechselnd im und gegen den Uhrzeigersinn zirkuliert, noch unbeschleunigt mit ihrer Einschussenergie von 0.450 TeV. Schrittweise wurde die Lebensdauer des Teilchenstrahls auf bis zu 10 Stunden erhöht.
"Ich war hier als vor 20 Jahren LEP in Betrieb ging, der Vorgänger des LHC", erinnert sich der Direktor für Forschung und Technologie, Steve Myers. "Ich dachte das war eine großartige Maschine, aber diesmal ist es nochmal anders. Wofür wir damals bei LEP Tage und Wochen brauchten, machen wir heute in Stunden mit dem LHC. Für unser Forschungsprogramm schaut es sehr gut aus."
Als nächstes steht die Erhöhung der Strahlintensität am Plan. Eine hohe Intensität und damit viele Teilchenkollisionen sind wichtig, um aussagekräftige wissenschaftliche Resultate zu erhalten.
Der Start der Physikanalysen ist für das erste Quartal 2010 geplant, bei einer Kollisionsenergie von 7 TeV, also 3.5 TeV pro Teilchenstrahl.
Update: 8. Dezember 2009: Erste Kollisionen bei 2.36 TeV
Dienstag Abend erreichte der LHC erstmals den neuen Rekordwert von 2.36 TeV. Das ATLAS Experiment registrierte erste Kollisionen bei dieser Energie - im Bild zu sehen ist ein 2-Jet Kandidat mit transversalen Energien von 23 bzw. 16 GeV
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