Rückenwind für TESLA

2003-02-06 Anton Rebhan

Die deutsche Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn gab bekannt, dass das am Hamburger Forschungszentrum DESY geplante Projekt TESLA (TeV-Energy Superconducting Linear Accelerator) gefördert werden soll.

Am Hamburger Forschungszentrum, das neben medizinischen Beschleunigern einen im Dienst der Teilchenphysik stehenden Beschleuniger (HERA) betreibt, ist für die weitere Zukunft ein supraleitender Linearbeschleuniger mit 33 km Länge mit Namen TESLA geplant, der, wenn realisiert, DESY zum weltweit wichtigsten Zentren der Teilchenphysik machen könnte. TESLA würde Experimente mit höchster Präzision bei Energien von Tera-Elektronen-Volt ermöglichen und damit die in diesem Energiebereich erwartete "neue Physik", die man in einigen Jahren beim Large-Hadron-Collider LHC am CERN in Genf zu entdecken hofft, genau vermessen können.

Zusammen mit TESLA wurde auch ein damit verbundenes Projekt eines Freie-Elektronen-Röngtenlasers (TESLA X-FEL) eingereicht. Deutschland will für dieses für viele Bereiche der Grundlagenforschung höchst interessante (ebenfalls internationale) Projekt jedenfalls die halben Kosten von insgesamt 673 Millionen Euro übernehmen. Die Option des großen Linearbeschleunigers bleibt weiter offen, hier sind noch internationale Entwicklungen und Entscheidungen abzuwarten.

Mit dem Bau des TESLA X-FEL soll in 2 Jahren begonnen werden, wobei noch eine europäische Kollaboration aufzustellen ist, Bauzeit 6 Jahre. Der Freie-Elektronen-Röngtenlaser soll dann ultrakurze Röngtenblitze mit Wellenlängen von 6-0.1 nm liefern, die es erlauben werden, zum Beispiel die Struktur von biologischen Molekülen aufzuklären, die nicht in Kristallform gebracht werden können, oder auch den Ablauf von chemischen Reaktionen Atom für Atom zu verfolgen.

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