Victor-Hess Preis an Dr. Edmund Widl

2009-09-08 Laurenz Widhalm

Der Victor-Hess Preis des Jahres 2009 wurde an Edmund Widl verliehen, für seine Dissertation "Global Alignment of the CMS Tracker". Der Preis wird jährlich vom Fachausschuss "Kern- und Teilchenphysik" der Österreichischen Physikalischen Gesellschaft vergeben, und zwar für eine herausragende Dissertation im Gebiet der Kern- und Teilchenphysik.

Edmund Widl verfasste seine Disseration am Institut für Hochenergiephysik. Das Thema war das "Alignment", also die geometrische Feinausrichtung des Inneren Spurdetektors des CMS-Experiments. Der Innere Spurdetektor ist ein großer Silizium-Spurdetektor, der größte, der je gebaut worden ist. Er besteht aus mehr als 13000 Silizium-Moduln, die die Durchgangspunkte von geladenen Teilchen vermessen, die in Proton-Kollisionen im LHC (Large Hadron Collider) erzeugt werden. Das Alignment ist die Bestimmung der exakten Position und Orientierung der Silizium-Module. Es ist für die Datenqualität des Inneren Spurdetektors von größter Bedeutung. Wegen der großen Anzahl von Moduln und ihrer insgesamt sehr komplizierten geometrischen Anordnung ist das Alignment eine höchst schwierige Aufgabe.

Edmund hat in seiner Dissertation einen neuen Algorithmus zur Schätzung der fast 100000 Positionen und Winkel entwickelt, die für das Alignment bestimmt werden müssen. Er hat den Algorithmus in der Software-Umgebung des CMS-Experiments implementiert und erfolgreich mit simulierten und echten Daten überprüft, wobei letztere aus der Höhenstrahlung - entdeckt von Victor Hess! - stammen. Der nächste, ungeduldig erwartete Schritt ist die Anwendung auf Daten aus Kollisionen im LHC.

  • E. Widl and R. Frühwirth, Application of the Kalman Alignment Algorithm to the CMS Tracker. To appear in: Journal of Physics: Conference Series.
  • W. Adam et al., Alignment of the CMS silicon strip tracker during stand-alone commissioning. Journal of Instrumentation 2009 (4) T07001.


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