Interessantes Nullresultat von LIGO

2008-02-03 Anton Rebhan

Der neue Gravitationswellendetektor LIGO produzierte sein erstes wissenschaftliches Resultat mit einer Nicht-Beobachtung von Gravitationswellen anlässlich eines Gamma Ray Burst Events am 1. Februar 2007 in Richtung der Andromeda-Galaxie. Obwohl ein direkter Nachweis von Gravitationswellen eine hierbei ausgebliebene Sensation darstellt, liefert das Null-Ergebnis auch wissenschaftlich wertvolle Informationen über GRB070201.

Gamma Ray Bursts (GRB) sind die energiereichsten Ereignisse im Kosmos und sollten, falls sie von einer gegenseitigen Vernichtung von Neutronensternen oder dem Verschmelzen von schwarzen Löchern herrühren, auch entsprechend viel Gravitationswellen aussenden. Die neuen Gravitationswelleninterferometer LIGO in Hanford, Washington, und Livingston, Louisiana, waren in Betrieb, als mehrere Gamma-Ray-Satelliten einen GRB in Richtung von M31, der Andromeda-Galaxie, feststellten. Falls dieser GRB wirklich in dieser unserer Nachbargalaxie stattgefunden haben sollte, und nicht weiter entfernt dahinter, sollte LIGO die Gravitationswellen, die von der Verschmelzung kompakter stellarer Objekte herrühren würden, mit Leichtigkeit beobachten haben können. Die Abwesenheit von Gravitationswellen bedeutet nun, dass GRB070201 entweder ein anderes Ereignis in der Andromeda-Galaxie sein musste (z.B. ein sogenannter soft gamma ray repeater), oder aber viel weiter entfernt, und nur zufällig in Richtung von M31, stattgefunden haben musste (wenn man von anderen, exotischeren Möglichkeiten absieht, wie der, dass unser Universum nur eine Brane in einem höherdimensionalen Universum ist, und Gravitationswellen in höhere Dimensionen verschwinden können - was auch von Theoretikern diskutiert wurde).

Link: LIGO sheds light on cosmic event (Web-Artikel auf www.scitech.ac.uk)


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