Am 14. Mai 2009 starteten das Herschel Space Observatory und der Planck Satellit ihre Reise ins All, getragen von der Ariane 5ECA Rakete. Die Messungen des Planck Satelliten werden Aufschluss über wesentliche Charakteristiken des Universums erlauben: Alter, Zusammensetzung, Entwicklung und Geometrie.
Dem Standardmodell der Kosmologie zufolge begann das Universum vor 13.7 Milliarden Jahren mit dem Urknall. 380.000 Jahre später als das Universum transparent für Licht wurde entstand der kosmische Mikrowellenhintegrund (CMB), gleichsam als Überbleibsel des Urknalles.
Die kleinen Dichteschwankungen im frühen Universum führten zu kleinen Temperaturschwankungen im CMB. Diese Temperaturschwankungen erlauben einen Rückschluss auf die Strukturformation im Universum - z.B. die Bildung von Sternen und Galaxien. Die Temperaturschwankungen im CMB werden von dem Planck Satelliten sehr genau gemessen.
Der Planck Satellit erlaubt eine genauere Bestimmung der kosmologischen Parameter, die uns wiederum Aufschluss über die Zusammensetzung des Universums geben: dunkle Energie, dunkle Materie, gewöhnliche Materie, Gravitationswellen. Die Präzession der Messungen soll bisherige Messungen dieser Parameter wesentlich übertreffen, so dass es möglich sein wird zumindest manche der spekulativen Theorien auszuschliessen und andere zu stärken. Zum Beispiel ist der Planck Satellit sensitiv genug um zwischen diversen Inflationsmodellen, die entweder aus der Stringtheorie stammen oder ad-hoc eingeführt werden, zu unterscheiden. Der Planck Satellit ist daher nicht nur für die involvierten Experimentatoren und Kosmologen interessant, sondern auch für Teilchenphysiker.
Während die indirekten Belege für Dunkle Materie mit dem Planck Satelliten ein weiteres wichtiges Puzzlestück dazugewinnen, müssen wir für direkte Belege auf experimentelle Resultate aus der Teilchenphysik warten - die wohl populärster Variante von Dunkler Materie wurde von dem österreichischen Physiker Julius Wess und dem italienischen Physiker Bruno Zumino vorhergesagt: supersymmetrische Teilchen. Diese Teilchen zu identifizieren ist eine der vielen Aufgaben des LHC, der heuer im Herbst in Betrieb gehen wird.
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