Der Termin für die Inbetriebnahme des Large Hadron Collider LHC am CERN ist nach einem Zwischenfall mit vom Fermilab gelieferten Magneten für den Mai 2008 vorgesehen. Es entfällt damit allerdings nur eine Testphase bei niedrigeren Energien, die für November 2007 geplant war und die ohnehin noch kein wirklicher "physics run" hätte werden sollen.
Ende März dieses Jahres überstand einer der supraleitenden Quadrupolmagnete ("inner triplet" genannt), die am Fermilab für das LHC produziert wurden, nicht einen Test mit hohen Drücken, wie sie auftreten können, wenn die Supraleitung teilweise zusammenbricht und einen sogenannten "quench" verursacht. Mit einem lauten Knall zerbarst das getestete Modul und es stellte sich bald heraus, dass die amerikanischen Ingenieure schlicht darauf vergessen hatten, die auftretenden longitudinalen Drücke in ihre Planung einzubeziehen. Inzwischen wurde eine Reparaturmöglichkeit gesucht und auch gefunden, die die enge Zeitplanung des LHC nicht komplett über den Haufen wirft. Allerdings geht sich nun nicht mehr die erste Testphase des LHC bei niedrigen Strahlenergien aus, mit der im November der LHC offiziell in Betrieb genommen hätte werden sollen. Für diese erste Phase war es aber auch schon vor dem Zwischenfall mit den inner triplets eng geworden; dieser hat nun das endgültige Aus bedeutet, sodass jetzt vorgesehen ist, im Frühling 2008 gleich mit hohen Energien zu beginnen, die dann allmählich auf die Rekordenergien gesteigert werden sollen, für die das LHC gebaut wurde.
Somit hat sich Fermilab durch diesen Patzer keinen unfairen Vorteil in der Jagd nach dem Higgs-Teilchen verschafft - am Fermilab bei Chicago läuft zur Zeit ja der Tevatron-Collider, der noch vor dem LHC das Higgs finden könnte.
Das explodierte Modul:
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