Frische Evidenz für Dunkle Energie

2008-12-18 Anton Rebhan

Die Untersuchung von weit entfernten Galaxienhaufen mit dem neuen Röntgensatelliten CHANDRA lieferte unabhängig von bisherigen Methoden starke Hinweise darauf, dass der Energie-Inhalt des heutigen Universums nur zu 27% Materie und Strahlung, und ganze 73% sogenannte Dunkle Energie beträgt.

In einem kürzlich zur Veröffentlichung in The Astrophysical Journal akzeptierten Papier kommen Astrophysiker des Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics zum Schluss, dass die zeitliche Entwicklung von Galaxienclustern mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit (für Experten: etwa 5 σ !) auf eine beschleunigende Expansion des Universums hinweist, wie es von der vor einigen Jahren postulierten Dunklen Energie erzeugt würde. Demnach gab es nach dem Urknall zuerst eine allmähliche Abbremsung des Expansion, bis vor etwa 5,5 Milliarden Jahren die Dunkle Energie mit ihrem negativen Druck, der quasi zu Antigravitation führt, die Oberhand zu gewinnen begann. In der Entwicklung von Galaxienhaufen schlägt sich dies darin nieder, dass es im Lauf der Zeit für Galaxienhaufen schwieriger wurde, Materie an sich zu ziehen. Das Wachstum schon existierender Haufen wurde gebremst, und neue entstanden nicht mehr so häufig wie in den Epochen zuvor, wie durch statistische Analysen der beobachteten Galaxienhaufen gezeigt werden konnte.

Besonders bemerkenswert ist, dass die unterschiedlichen Indizien (Supernovae vom Typ Ia, kosmische Hintergrundstrahlung (WMAP) und Baryonic Acoustic Oscillations (BAO)) und nunmehr Galaxiencluster-Entwicklung alle mit der Annahme eines Anteils von 73% Dunkler Energie zusammenpassen:

In dieser Grafik ist ΩX das Verhältnis von Energiedichte in Dunkler Energie zu gesamter Energiedichte; ein Wert von w0=-1 bedeutet negativer Druck gleich Energiedichte, wie es für Dunkle Energie theoretisch zu erwarten ist.

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