Unerklärliche Multi-Muonen-Ereignisse am Tevatron: Brandneue Physik?

2008-11-04 Anton Rebhan

Das CDF-Experiment am Tevatron erregt zur Zeit Aufsehen mit einer Veröffentlichung von im Standardmodell nicht erklärbarer Multi-Muonen-Ereignisse, die auf ein relativ langlebiges niederenergetisches Elementarteilchen hindeuten, das mit der ominösen Dunklen Materie zu tun haben könnte.

Mit herkömmlicher Physik lässt sich verstehen, dass Muonen (instabile schwere Verwandte von Elektron und Positron) einige Millimeter vom Kollisionspunkt im Tevatron entstehen: es sind dies dann die Zerfallsprodukte des relativ langlebigen b-Quarks (im obigen Bild rot dargestellt; zum Vergrößern anklicken!), und diese Zerfälle werden genauestens studiert, um das Standardmodell gut genug verstehen zu können, damit Abweichungen als solche erkannt werden können. Physiker vom CDF-Experiment fanden nun dabei eine überraschend große Anzahl von solchen Muonen, die nicht Millimeter sondern ganze Zentimeter vom Kollisionspunkt entstanden. Wenn nicht irgendetwas am Detektor selbst unverstanden sein sollte, wäre das ein sehr starker Hinweis auf neue Physik, nämlich auf ein relativ langlebiges Elementarteilchen mit einer Lebenszeit von etwa 20 Pikosekunden.

Viele Elementarteilchenphysiker sind darüber in hellster Aufregung, wie man auf folgenden Blogs nachlesen kann:


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