Edelweiss sucht Dunkle Materie

2002-08-30 Daniel Grumiller

Edelweiss ist ein Experiment in den französischen Alpen, bei dem versucht wird dunkle Materie in Form von WIMPs (Weakly Interacting Massive Particles, also schwach wechselwirkende massive Teilchen) zu beobachten. Die jüngsten Ergebnisse scheinen frühere Experimente zu widerlegen.

Dunkle Materie trägt nach heutigen kosmologischen Modellen zu ca. 90% der Gesamtmaterie des Universums bei. Wie der Name schon andeutet ist ihre Beobachtung nur schwer möglich, im Gegensatz zu "gewöhnlicher" Materie.

Diverse Supersymmetrische Erweiterungen des Standardmodells der Teilchenphysik sagen sog. WIMPs voraus, die für einen Teil der Dunklen Materie verantwortlich wären. D.h. eine Bestätigung (oder gegebenenfalls eine "Widerlegung") der Existenz dieser Teilchen hat nicht nur wichtige Implikationen für die Kosmologie, sondern auch für die Teilchenphysik, insbesonders für die (bis heute experimentell nicht bestätigte) Supersymmetrie, die auch einen wichtigen Bestandteil von Stringtheorie darstellt.

Vor 2 Jahren publizierte ein Italienisches Team des DAMA-Experiments es hätte WIMPs detektiert. In dem parallel dazu durchgeführten CDMS Experiment konnte dies aber weder bestätigt noch widerlegt werden - in erster Linie auf Grund des zu grossen Hintergrundrauschens (dieses Experiment findet nur 10 Meter unter der Stanford Universität statt; es wird aber bald "in die Tiefe wandern" und nach Minnesota übersiedeln).

Das alpine Edelweiss Experiment kann Hintergrundrauschen stark unterdrücken, weil es 1700 Meter unter den Alpen stattfindet; es ist ausserdem durch die Verwendung von Germanium statt Jod sensitiver als die Vorgängerexperimente, insbesonders als DAMA.

Die jüngsten Resultate von Edelweiss scheinen zu belegen, dass DAMA keine WIMPs detektiert hat, sondern nur Hintergrundrauschen. Die Suche nach WIMPs und Dunkler Materie wird also noch weitergehen.
Weitere Information (in engl.)


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