Schüler der Hauptschule Kitzbühel, sowie aus vielen Schulen aus der Umgebung, hatten in den ersten Schulwochen Gelegenheit, eine Reise zum Urknall zu unternehmen - eine Reise, die sie in die Welt der allerkleinsten Teilchen führte, zu den fundamentalen Bausteinen der Natur - aber auch in die Weiten des Weltalls.
Im Zusammenhang mit der "European School of High-Energy Physics", einer international renommierten Fortbildungsveranstaltungen für junge Elementarteilchenforscher, die dieses Jahr in Kitzbühel stattfand, brachte das Wiener Institut für Hochenergiephysik (ein Institut der Österreichischen Akademie der Wissenschaften) in Zusammenarbeit mit der Universität Innsbruck seine Wanderausstellung nach Tirol. Diese Ausstellung zeigte neben vielen erklärenden Schautaufeln auch etliche Originalstücke, die tatsächlich bei Experimenten am CERN, dem europäischen Zentrum für Elementarteilchenphysik, verwendet wurden - Experimente, die jeweils wichtige neue Erkenntnisse brachten, und teilweise sogar mit dem Nobelpreis ausgezeichnet wurden.
Darüber hinaus wurde ein reiches Programm an Führungen, Experimenten und Vorträgen geboten. Im Bild sind Schüler einer 2. Klasse der HS Kitzbühel zu sehen, die anhand einer Induktionsmaschine das Grundprinzip eines Teilchendetektors selbst entdecken können: die Sichtbarmachung von Teilchenspuren mithilfe von elektrischen Funken. Tatsächlich wurde auf diese Weise in den Anfangszeiten der Elementarteilchenphysik Forschung betrieben, die professionelle Version dieser Maschine wird als Funkenkammer bezeichnet. Eine echte, funktionierende Funkenkammer ist Teil der Ausstellung, und erlaubt die Beobachtung von sogenannten Myonen - Teilchen der kosmischen Strahlung, die übrigens von einem Tiroler Nobelpreisträger - Viktor Hess - entdeckt wurde.
In den wöchentlichen Abendvorträgen, die verschiedene Themen abdeckten, brachten Wissenschaftler die mitunter nicht einfachen Themen auf spannende und unterhaltsame Weise einem - wie sich herausstellte - sehr interessiertem Publikum näher.
Im Bild zu sehen ist Prof. Oberhummer vom der technischen Universität Wien, der einen Vortrag über ferne Welten, dunkle Energien und Multiversen hielt - Themen, die das Publikum so fesselten, dass die anschließende Diskussion länger dauerte als der eigentliche Vortrag.
Mit diesem Vortrag ging die Ausstellung in Kitzbühel zu Ende. Insgesamt wurde sie von 20 Schulklassen aus der Umgebung besucht. Die 4 Abendvorträge erfreuten sich eines bis zum Schluss stetig anwachsenden Publikums, und die Veranstalter mussten sich das Versprechen abnehmen lassen, baldmöglichst wieder mit der Ausstellung (und weiteren Vorträgen) zurückzukehren.
Nächster Halt für die Ausstellung ist in Wien das BRG 10, Ettenreichgasse vom 3.10.-15.10.2005.
Weitersagen:

