Kernfusion im Kleinformat

2005-04-28 Anton Rebhan

Vor einigen Jahren wurde von Physikern aus New York demonstriert, wie man mit pyroelektrischen Kristallen einen Minibeschleuniger bauen kann. Seth Putterman von der University of California in Los Angeles, der sich einen Namen damit gemacht hatte, die berüchtigte Cold Fusion als Unsinn zu entlarven, hat nun demonstriert, wie man mit diesen Minibeschleunigern Kernfusion in einem Gerät von der Größe eines Toasters erzeugen kann. Obwohl nicht zur Energieerzeugung im großen Stil geeignet, stecken in solchen Geräten jede Menge neuer zukünftiger High-Tech-Anwendungen.

James Brownridge von der State University New York at Binghamton und Stephen Shafroth von der University of North Carolina haben mit pyroelektrischen Kristallen wie sie auch in Handys zu finden sind 2001 stabile selbstfokussierende Elektronenstrahlen mit Energien bis zu 170 keV erzeugt und damit einen pyroelektrischen Beschleuniger realisiert. Putterman und Mitarbeiter haben einen ähnlichen Trick nun zur Beschleunigung von Deuterium-Ionen verwendet, und beim Beschuss eines Deuterium-Target Kernfusionsreaktionen nachweisen können. Obiges Bild zeigt das blaue Leuchten des verwendeten Deuterium-Targets, das auf einem 2.5 cm großen Plastikstück präpariert wurde. Stärkere Fusionsreaktionen wären bei Beschuss von Tritium zu erwarten, was von diesen Forschern als nächstes versucht werden wird. Man darf gespannt sein.

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