Thirring-Lense-Effekt bestätigt

2004-10-21 Anton Rebhan

Mit Bahnvermessungen von Satelliten konnte die von den österreichischen Physikern Hans Thirring und Joseph Lense schon 1918 berechnete Verdrillung der Raumzeit durch rotierende Körper, die aus der Allgemeinen Relativitätstheorie Einsteins folgt, gemessen und bestätigt werden.

In der Erdumlaufbahn von Satelliten ist der Thirring-Lense-Effekt extrem winzig: er führt zu einer Rotation von etwa 50 Millibogensekunden (12 Millionstel Grad) pro Jahr. Der im April 2004 gestartete NASA-Satellit "Gravity Probe B" soll diesen Effekt letztlich mit einer Genauigkeit von weniger als 1% messen und damit die Allgemeine Relativitätstheorie Einsteins testen. Wie in einem gerade erschienen Nature-Artikel berichtet wurde, konnte mit Präzisionsvermessungen der Bahnen der Satelliten Lageos 1 und Lageos 2 der Thirring-Lense-Effekt mit etwa 10% Genauigkeit gemessen und verifiziert werden, wobei der Mittelwert der Messung selbst nur 1% neben dem theoretischen Wert liegt. Dem NASA-Experiment konnte damit ein wenig die Show gestohlen werden, aber die geplante Messung mit einer Genauigkeit von weniger als 1% bleibt für die theoretische Physik weiterhin eine spannende Sache.


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