Nach 30-jähriger Suche gibt es nun Evidenz oberhalb der "5 sigma Grenze" für ein sogenanntes "Pentaquark"; ein Teilchen, das aus fünf Quarks aufgebaut ist. Im beobachteten Fall sind es zwei "up" Quarks, zwei "down" Quarks und ein "strange" Anti-Quark.
Bisher kannte man nur Systeme, die aus zwei oder drei Quarks bestehen - das Proton etwa besteht aus zwei "up" Quarks und einem "down" Quark, ein Neutron aus zwei "down" Quarks und einem "up" Quark. Beispiele für Zwei-Quark-Systeme (= Mesonen) wären etwa die "Pionen", die im Falle des "pi+" aus einem "up" Quark, und einem "down" Anti-Quark bestehen können. Ein Teilchen, das aus fünf Quarks besteht, kannte man bislang noch nicht. Bereits letztes Jahr präsentierte der Japaner Takashi Nakano und seine Kollegen Evidenz für ein Pentaquark. Das Teilchen wurde damals beobachtet am japanischen Laser Electron Photon Experiment (LEPS), in dem hochenergetische Gammateilchen an den Neutronen in Kohlenstoffkernen gestreut werden. Sowohl die Masse von 1.54 GeV als auch die "Massenbreite" von unter 25 MeV stimmen mit den Vorhersagen des russischen Theoretikers Dmitri Diakonov überein. Die japanische Kollaboration erreichte eine statistische Signifikanz von 4.6 sigma. Dies wird allgemein noch nicht als "Entdeckung" angesehen, dafür braucht es eine Signifikanz von mehr als 5 sigma. Diese Schwelle wurde nun von der CLAS Kollaboration an der Thomas Jefferson National Accelerator Facility in den USA mit der Beobachtung des gleichen Phänomens erreicht; sie kamen auf 5.4 sigma. Es ist noch nicht klar, ob es sich bei dem Pentaquark um einen stark gebundenen 5-Quark Zustand oder um eine Art "Molekül" mit einem positiven Kaon und einem Neutron handelt. Weitere Info gibt es hier, links zu den originalen Publikationen findet man hier.


